Bauanleitung Kochkiste

Die Kochkiste wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt um wertvolles Heizmaterial einzusparen, leider ist sie etwas in Vergessenheit geraden denn das Einsparpotential ist gewaltig. Vor allem bei Speisen die eine lange Garzeit haben lässt sich leicht 90% Strom einsparen, denn das Essen wird nur einmal kurz zum Kochen gebracht und kommt dann in die Kochkiste um dort fertig zu garen. Die Herstellung der Kochkiste ist wirklich sehr einfach und preisgünstig, mit Hilfe dieser Bauanleitung kann sie jeder Schritt für Schritt nachbauen.
Wer sich nicht die Arbeit machen möchte, kann sich auch Online einen Thermotopf oder einen Kochsack bestellen, die beide nach dem gleichen Prinzip funktionieren.

Benötigtes Material zum Bau der Kochkiste

Material für Kochkiste Als Baumaterial werden lediglich eine Styropor oder besser Styrodur-Platte mit 3 cm Plattenstärke und eine Kiste oder Karton benötigt. Ich empfehle deshalb Styrodur, weil Styropor beim Schneiden fürchterlich bröselt. Wer Besitzer eines Heißschneidegerätes ist kann natürlich auch die billigeren Styroporplatten nehmen, beim Heißschneiden treten diese Probleme nicht auf. Die Kiste muss ringsherum mindestens drei Zentimeter größer sein als der Kochtopf der verwendet werden soll. Ideal ist eine Holzkiste, die es bereits fertig zu kaufen gibt, es reicht aber auch schon ein Karton der passenden Größe. Die Materialkosten sind sehr niedrig, eine Styroporplatte kostet ungefähr 2 €, eine Styrodurplatte etwa 5 €, eine fertige Holzkiste ist ab 5 € zu haben, alternativ ein passender Karton kostenlos (Verpackungsmaterial).

Notwendiges Werkzeug

Werkzeug für Kochkiste Auch das benötigte Werkzeug ist sehr überschaubar, das wären ein großes Lineal oder Anlegeschiene, ein Kugelschreiber, ein Maßstab und ein Cuttermesser. Für die runden Ausschnitte ist ein Zirkel und eine Stichsäge empfehlenswert. Wer ein Heißschneidegerätes sein Eigen nennt kann das natürlich auch verwenden, die Schnittflächen werden schöner und das Schneiden geht leichter von der Hand.

Zuschnitt der einzelnen Teile

ZuschnittDas Innenmaß der Kiste gibt die Größe der einzelnen Styroporteile vor, die Anzahl der Teile ist von der Topfhöhe abhängig, dazu kommen noch zwei Teile für Boden und Deckel.

Beispiel: Ist der Topf mit Deckel 15 cm hoch, sind das bei 3 cm Plattenstärke 5 Teile übereinander, plus 2 Teile für Boden und Deckel ergibt insgesamt 7 Styroporteile.

Die Einzelteile werden mit Hilfe von Kugelschreiber und Lineal aufgezeichnet und mit dem Cuttermesser ausgeschnitten. Man sollte darauf achten die Einzelteile so zu platzieren dass möglichst wenig Verschnitt anfällt.

Ausschnitte für den Topf

Jetzt kann man schon mal das erste Styroporteil für den Boden in die Kiste legen, die Teile sollten genau so groß sein dass sie nicht zu viel Spiel haben, aber auch nicht zu stramm in die Kiste gehen.

Ausschnitt aufzeichnen Ausschnitt für Topf

In die Teile (im Beispiel 5 Teile) die den Topf aufnehmen sollen muss jetzt jeweils ein kreisrundes Loch geschnitten werden. Damit das Loch immer genau in der Mitte ist, werden die Ecken der Teile die sich diagonal gegenüber liegen mit einer Linie verbunden, wo sich die Linien kreuzen ist exakt die Mitte. Hier den Zirkel ansetzen und einen Kreis ziehen, der Durchmesser des Kreises sollte etwas größer als der Durchmesser des Topfes sein, so dass dieser ohne zu klemmen hinein passt. Am einfachsten lässt sich der Kreis mit Hilfe einer Stichsäge aussägen.

Ausschnitte Griffe Dann muss noch in das obere Teil oder Teile Ausschnitte für die Griffe vorgesehen werden und zwar so tief dass der Topf auf dem Boden aufliegt. Die Teile übereinander in die Kiste stapeln, obenauf das Teil mit der Griffaussparung. Den Topf in die Kiste stellen und den Styropor-Deckel darauf legen, dieser muss plan auf dem letzten Teil aufliegen. Bei meiner Holzkiste sind an den zwei Seite Schlitze als Tragegriffe vorgesehen, hier kann man hinein greifen und den Deckel anheben. Ist das nicht der Fall kann man am Deckel auch einen Griff anbringen um das Öffnen zu erleichtern.

Kochkiste offen Kochkiste geschlossen

Mit der Kochkiste Strom sparen

Wie Eingangs bereits erwähnt lässt sich mit der Kochkiste sehr viel Strom sparen, umso mehr je länger die Garzeit der Speisen ist. Das große Einsparpotential kommt daher dass die Speisen nur einmal kurz aufgekocht werden und dann in der Kochkiste fertig garen. Beim Kochen auf dem Herd wird ständig Wärme an die Raumluft abgegeben, deshalb muss permanent nachgeheizt werden. Durch die hohe Wärmedämmung der Kochkiste kühlt das Essen darin nur sehr langsam ab, selbst nach 5 Stunden hat der Inhalt des Topfes noch eine Temperatur von 70 bis 80 °C. Je nach Kochdauer lassen sich so zwischen circa 50 und 95% Strom einsparen.

Kochen mit der Kochkiste

In der Kochkiste kann im Prinzip alles gekocht werden was vollständig von Flüssigkeit bedeckt ist, hierbei sollte der Topf mindestens zu 2/3 gefüllt sein um ein schnelles Abkühlen zu vermeiden. Zuerst den Inhalt des Topfes auf dem Herd zum Kochen bringen, circa eine Minute lang kochen lassen bis Topf und Deckel heiß sind und dann unverzüglich in die Kochkiste stellen und verschließen. Fleisch sollte vor dem Kochen im Topf angebraten und anschließend mit Brühe aufgegossen werden.

Die Garzeit verlängert sich im Vergleich zum üblichen Kochen etwas, da die Temperatur mit der Zeit etwas absinkt, das macht aber nichts weil ja kein Strom mehr verbraucht wird. Dadurch dass die Speisen nicht kochen, werden sie schonend gegart, ähnlich wie beim Niedertemperatur-Garen. Außerdem kann in der Kochkiste auch nichts mehr anbrennen oder überkochen, das Beobachten des Topfes entfällt. Die Kochkiste eignet sich auch gut zum Warmhalten von Speisen, bis zu 8 Stunden sind dabei durchaus möglich. Nur Gemüse sollte man nach der Garzeit nicht lange warmhalten, da es sonst zu viele Vitamine verliert.

Ungefähre Garzeiten in der Kochkiste

Die angegebenen Garzeiten sind Erfahrungswerte können aber je nach persönlichem Geschmack auch kürzer oder länger sein. Man kann die Speisen auch nach der Garzeit zum Warmhalten in der Kochkiste belassen, da es nicht kocht kann auch nichts verkochen.

 

 

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