Warmwasseranschluss für Waschmaschine selbst bauen

Wie ich bereits in meinem Bericht Stromsparend Wäsche waschen geschrieben habe, geht der überwiegende Anteil des Stromverbrauchs einer Waschmaschine zu Lasten der Wassererwärmung. Das Erwärmen des Wassers in der Waschmaschine mit Strom, ist je nach Heizungsanlage, zwei bis viermal so teuer wie das Warmwasser aus der Wasserleitung. Ideal ist es wenn das Warmwasser von einer Solaranlage kommt, dann ist die Wärmeenergie kostenlos. Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss sind aber sehr teuer, eine Alternative ist es den Warmwasseranschluss selbst zu bauen. Das ist gar nicht so schwierig wie mancher vielleicht denkt.

Waschmaschine nicht direkt an den Warmwasseranschluss!

Jetzt denkt so mancher vielleicht kein Problem, schließe ich meine Waschmaschine einfach direkt am Warmwasserhahn an. Das ist aber keine gute Idee, Warmwasser wird nur für den Waschgang benötigt, gespült wird die Wäsche mit Kaltwasser. Wobei ungefähr 10 Liter Wasser für den Waschgang, aber um die 50 Liter für das Spülen der Wäsche verwendet werden. Wenn man dann mit Warmwasser spülen würde, hätten wir zwar eine Stromeinsparung, aber der Einsatz von 60 Litern Warmwasser würde die Einsparung um ein Vielfaches wieder zunichte machen. Es muss also eine andere Lösung her.

Waschmaschine an Thermostat-Brausebatterie

Die einfachste Möglichkeit ist es die Waschmaschine an einer vorhandenen Thermostat-Brausebatterie anzuschließen. Es wäre natürlich sehr umständlich, den Wasserschlauch der Waschmaschine, immer erst an die Brausebatterie anzuschließen wenn man waschen will. Dafür gibt es aber Umschaltventile für Duschen. Hiermit kann man den Wasserausgang der Thermostat-Brausebatterie entweder auf die Dusche, oder auf den Anschlussschlauch der Waschmaschine schalten. Für diese Variante sollte die Waschmaschine aber möglichst nahe an der Dusche stehen und ein unauffälliges verlegen des Schlauches möglich sein.

Den Anschlussschlauch der Waschmaschine sollte man durch einen Warmwasserschlauch ersetzen, da sonst der originale Schlauch undicht werden könnte. Außerdem Benötigt man einen Adapter, da die Brausebatterie einen 1/2 Zoll Anschluss hat, der Waschmaschinenschlauch aber ein 3/4 Zoll Gewinde hat.

Eigene Thermostat-Brausebatterie für die Waschmaschine

Bauteile In meinem Bad ist die Waschmaschine zu weit von der Dusche entfernt, so dass die erste Variante hier nicht machbar war. Ich hätte dafür 5 Meter Schlauch verlegen müssen, bei dieser Länge würde das Warmwasser wieder um einige Grad abkühlen. Außerdem hätte ich den Schlauch um die gesamte Badewanne herum legen müssen, das würde bestimmt nicht gut aussehen.

Die Lösung, eine eigene Thermostat-Brausebatterie für die Waschmaschine. Meine Waschmaschine war bis jetzt über ein Eckventil am Kaltwasseranschluss des Waschbeckens angeschlossen. Für die Brausebatterie benötigte ich also nur noch ein Eckventil mit 3/4 Zoll Geräteanschluss für das Warmwasser. Eine Thermostat-Brausebatterie gab es für 32 € beim Discounter im Angebot, das brachte mich eigentlich erst auf die Idee für den Umbau. Des weiteren benötigte ich zwei Verlängerungsschläuche für Waschmaschinen, einen 1/2 Zoll Schlauchanschluss, sowie ein paar Dichtungen.

Eckventil austauschen

Eckventil Wie gesagt hatte ich beim Kaltwasseranschluss bereits ein Eckventil mit einem 3/4 Zoll Geräteanschluss, musste also nur das Warmwasser-Eckventil ersetzen. Als erstes das Wasser im Bad abstellen und einen Eimer unter das Eckventil stellen, es kommt immer noch etwas Wasser heraus. Der Wasserhahn war bei mir mit einem Kupferrohr am Eckventil angeschlossen, das ist etwas schwieriger zu montieren als ein beweglicher Schlauch. Die Mutter vom Eckventil abschrauben und das Kupferrohr nach oben schieben. Dazu braucht es etwas Kraftanstrengung, man muss aber aufpassen dass das Rohr nicht einknickt. Jetzt kann man das Eckventil gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen. Am einfachsten geht das mit einer Rohrzange, oder einem passenden Schraubenschlüssel.

Warmwasser-Eckventil Bevor man das neue Eckventil einsetzt, das Innengewinde reinigen und eventuell vorhandene Dichtungsreste entfernen. Früher war das Abdichten des Eckventils mit Hanf oder Teflonband notwendig und gar nicht so einfach dicht zu bekommen. Heute gibt es zum Glück Eckventile mit selbstdichtendem Anschlussgewinde. Man muss nur das Eckventil im Uhrzeigersinn in das Innengewinde eindrehen, bis das Dichtband vollständig im Gewinde verschwunden ist. Jetzt die Quetschverschraubung auf das Kupferrohr aufstecken und das Rohr in das Eckventil stecken. Die Mutter fest anziehen, damit der Anschluss richtig dicht wird. Bei mir musste ich das Kupferrohr vorher ein Stück absägen, da das neue Eckventil länger als das alte war.

Schläuche anschließen

Verlängerungsschläuche Der Grund dafür weshalb ich Waschmaschinen-Verlängerungsschläuche verwendet habe ist der, das Außengewinde der Verlängerung passt in die Zuwasseranschlüsse der Thermostat-Brausebatterie. Man muss nur eine 3/4 Zoll Gummidichtung in die Anschlüsse stecken und die Verlängerungsschläuche fest eindrehen. Für den Warmwasseranschluss sollte man wie auch für den Waschmaschinenanschluss einen Warmwasserschlauch verwenden. Jetzt die anderen Enden der Verlängerungsschläuche an die Eckventile schrauben. Dabei ist darauf zu achten dass Kalt- und Warmwasser nicht vertauscht werden.

1/2 Zoll Schlauchanschluss Jetzt muss noch der Waschmaschinenschlauch am Ausgang der Brausebatterie angeschlossen werden. Das Problem dabei ist, dass der Waschmaschinenschlauch ein 3/4 Zoll Gewinde hat, die Brausebatterie aber 1/2 Zoll Gewinde. Entweder man beschafft sich einen passenden Adapter von 1/2 Zoll auf 3/4 Zoll, oder so wie ich einen 1/2 Zoll Schlauchanschluss mit Schlauchklemme. Im Baumarkt hatte ich keinen passenden Adapter gefunden, deshalb habe ich den Schlauch abgeschnitten und einen 1/2 Anschluss montiert (der Schlauch war sowieso zu lang).

Thermostat-Brausebatterie an Wand befestigen

fertige Warmwasseranlage Zur Befestigung der Thermostat-Brausebatterie habe ich einfach zwei Metallwinkel an die Wand geschraubt, und diese mit zwei Kabelbindern daran befestigt. Man hätte es von vornherein auch professioneller machen können, es gibt spezielle Wandbefestigungen für Brausebatterien. Über den Brausebatterie beiliegenden Verbindungsstücke wird diese an die Wandbefestigung montiert. Die Verbindungen zur Wandbefestigung müssen dann aber mit Hanf oder Teflonband abgedichtet werden, also eher was für den Fachmann. Es wäre dann auch etwas teurer gekommen und ich wollte die Kosten möglichst niedrig halten.

Vorgehen beim Wäschewaschen

Die Montage ist abgeschlossen und der selbstgebaute Warmwasseranschluss für die Waschmaschine kann in Betrieb genommen werden. Hierfür müssen die Absperrhähne der beiden Eckventile aufgedreht werden. An der Thermostat-Brausebatterie stellt man jetzt die gewünschte Waschtemperatur ein und dreht den Absperrhahn vollständig auf. Anschließend die Waschmaschine einschalten.

Das wichtigste ist, dass das Warmwasser nur so lange eingestellt ist, bis das Wasser für den Waschgang eingelaufen ist. Bei meiner Waschmaschine wird erst die Hälfte des Wasser eingelassen, die Wäschetrommel dreht ein paar mal und anschließend kommt das restliche Wasser. Insgesamt laufen bei meiner Waschmaschine 10 Liter Wasser in die Trommel. Jetzt dreht man das Thermostat auf Kalt, so dass beim Spülgang kein Warmwasser verwendet wird. Man kann jetzt auch schon den Absperrhahn am Warmwassereckventil abdrehen. Nach dem Waschen drehe ich auch noch den Absperrhahn des Kaltwassereckventils ab, sicher ist sicher.

Waschmittelfach Für ihre eigene Waschmaschine müssen sie erst einmal herausfinden wie lange das Wasser für den Waschgang in die Trommel läuft. Am einfachsten sieht man das am Waschmittelfach, wenn man es herauszieht. Hier sieht man wenn das Wasser durch das Fach für den Hauptwaschgang fließt, wenn hier kein Wasser mehr kommt, kann das Thermostat auf Kalt gestellt werden.

Stromeinsparung der selbstgebauten Warmwasser-Waschmaschine

Mein erster Test war ein 40°C Waschgang, mit Kaltwasser verbrauchte meine Waschmaschine dafür 0,97 kWh, mit dem Warmwasseranschluss nur noch gemessene 0,265 kWh. Da meine Waschmaschine für Kaltwäsche nur 0,120 kWh verbraucht besteht hier noch Optimierungspotential. Grund für den höheren Verbrauch ist zum einen, dass erst ein paar Liter Warmwasser durch die Wasserleitung laufen müssen, bis die eingestellte Temperatur auch zur Verfügung steht. Ich wollte aber nicht vorher sinnlos Warmwasser aus den Wasserhahn laufen lassen, das würde den Spareffekt wohl eher verschlechtern. Zum anderen kühlt das Wasser in der Waschmaschine mit der Zeit wieder etwas ab, so dass nachgeheizt werden muss. Eine Lösungsmöglichkeit wäre die Temperatur am Thermostat höher einzustellen, damit das Wasser in der Mischung auf die gewünschte Waschtemperatur kommt, da kann man etwas experimentieren. Oder man schaltet die Waschmaschine ein nachdem man sowieso Warmwasser am Waschbecken verbraucht hat.

Unsere Heizungsanlage liefert Warmwasser bis zu einer Temperatur von ca. 60°C, was für 60 Grad Wäsche ausreicht. Aber auch bei Kochwäsche kann man noch sehr viel Strom einsparen, da nur noch die Differenz von 60°C auf 90°C aufgeheizt werden muss.

Theoretisch mögliche Stromeinsparung meiner Waschmaschine

WaschtemperaturKaltwasser Stromverb.Warmwasser Stromverb.Einsparung
40°C 0,97 kWh 0,120 kWh 0,85 kWh (0,21 €)
60°C 1,1 kWh 0,120 kWh 0,98 kWh (0,25 €)
90°C 1,63 kWh 0,65 kWh 0,98 kWh (0,25 €)

Die Angaben der Tabelle sind die maximal möglichen Ergebnisse, wenn nicht nachgeheizt werden muss. Bei 90°C Wäsche kommt der Strom-Verbrauch zwischen 60°C und 90°C dazu, da ja nur Warmwasser mit 60°C zur Verfügung steht.

Vorschaltgerät für die Waschmaschine

Es gibt aber auch fertige Vorschaltgeräte um die vorhandene Waschmaschine auf Warmwasserbetrieb umzurüsten. Bei meiner Selbstbaulösung muss man darauf achten, dass man am Thermostat die richtige Temperatur einstellt und rechtzeitig wieder auf Kaltwasser umstellt. Bei den Vorschaltgeräten für Waschmaschinen ist das etwas komfortabler gelöst. Man muss zwar auch am Vorschaltgerät die Waschtemperatur einstellen, hier kann man die Temperatur aber genauer einstellen. Das Zurückdrehen auf Kaltwasser für den Spülvorgang funktioniert bei den Vorschaltgeräten automatisch. Nach circa 15 Minuten wird das Warmwasser abgestellt, da bis dahin das Warmwasser für die Hauptwäsche vollständig eingelassen wurde. Es gibt außerdem noch einen Schalter für Vorwäsche, dann wird die Abschaltzeit des Warmwassers verlängert.

Waschmaschinen-Vorschaltgerät mit Autostart

Es gibt auch Vorschaltgeräte für Waschmaschinen, die automatisch erkennen wenn die Waschmaschine gestartet wurde. Dann schaltet das Vorschaltgerät automatisch ein, und wäscht mit der voreingestellten Temperatur. Die einfacheren Vorschaltgeräten muss man vor jeder Wäsche erst manuell einschalten. Durch den Autostart hat man die Möglichkeit die Wäsche zu einen späteren Zeitpunkt zu waschen, der an der Waschmaschine eingestellt wurde.

Die Vorschaltgeräte sind in der Bedienung etwas komfortabler als meine Selbstbaulösung, dafür sind sie auch etwas teurer. Meine Selbstbaulösung kam mir auf circa 70 € Materialkosten, wer eine bereits vorhandene Thermostat-Brausebatterie nutzen kann, kommt noch billiger weg. Die Vorschaltgeräte gibt es ab circa 200 €, für Leute die es lieber etwas komfortabler haben.

 

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